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05.06.2018 14:57 Alter: 191 days
Kategorie: SZ-Page, Musik
Von: Sebastian Sitzenkopf

Der Ur-Synthesizer - Synthesizer (1/3)


1970 erschien ein Synthesizer, der die Musikwelt wie kein anderer veränderte. Seine Bedienung und sein Klang sind bis heute das Maß an dem sich alle vergleichen. Die Rede ist vom Moog Minimoog Model D,...


Es war einmal vor langer Zeit
...aber zurück zum Anfang. Der Minimoog war natürlich nicht der erste Synthesizer. Am Beginn waren Synthesizer nicht, so wie die meisten heute, platzsparend und mit einem Keyboard ausgestattet. Ein bis zwei Meter hoch zierten sie die Musikstudio derer, die es sich leisten konnten. Schon 30 Jahre vor dem Minimoog gab es aber erste Schritte in Richtung Kompaktsynthesizer. In den 40er baute Hugh Le Caine ein elektronisches Instrument, dass ein Modulationsrad besitzt, welches heute Standard bei Synthesizern ist. Mit dem Rad kann man beispielsweise die Lautstärke oder die Tonhöhe live ändern. Von Moog gab es anfangs auch nur modulare Synthesizer, also ein Instrument, das aus mehreren Modulen besteht und nicht fest verbaut ist wie ein typischer Synthesizer, doch 1970 erschien der Minimoog Model D. Bei modularen Synthesizer werden Oszillator, Filter, Hüllkurvengenerator und weiteres über Steckverbindungen verbunden. Der Minimoog und spätere Synthesizer jedoch, haben diese Teile und die Reihenfolge, wie das Signal den Synthesizer durchläuft, fest verbaut.


Aufbau und Design
Ein ausschlaggebender Faktor für den Erfolg, war das einfach zu bedienende Control Panel, das so noch heute als Standard gilt. Die Tastatur besitzt 44 Tasten, also 3,5 Oktaven, ein Pitch- und ein Modulationsrad. Das Control Panel ist in 5 Sektionen unterteilt: Controllers, Oscillator Bank, Mixer, Modifiers und Output. Das Audiosignal durchläuft diese Bereiche von links nach rechts. Der Controllers und Oscillator Bank Bereich gehören praktisch zusammen. Hier befinden sich die VCOs (Voltage Controlled Oscillator) und deren Grundeinstellungen. Es gibt drei Oszillatoren mit den Schwingungsformen Dreieck, Sägezahn, Rechteck, zwei verschiedene Pulsformen und eine Mischung aus Sägezahn und Dreieck. Weiters kann man den 2. und 3. Oszillator in der Tonhöhe ändern und eine Glide-Funktion ist ebenfalls vorhanden. Der nächste Bereich ist der Mixer. Hier kann man die Lautstärke der einzelnen Oszillatoren regeln. In diesem Bereich befindet sich auch der Regler für das weiße oder pinke Rauschen. Die Lampe mit der Überschrift OVERLOAD leuchtet, wenn das Signal übersteuert.
Doch kommen wir nun zum wichtigsten Bereich: Modifiers oder VCF (Voltage Controlled Filter). Moog ist vor allem für seine gut klingenden Filter bekannt. Beim Model D gibt es nur einen Lowpass-Filter. Der wichtigste Knopf ist natürlich der, für die Cutoff Frequenz. Dieser regelt, ab wann die Frequenz abgeschnitten wird. Bei einem Lowpass-Filter und einer Cutoff Frequenz von 1000Hz, würde der Filter ab 1000Hz das Signal abschneiden. Wie stark abgeschnitten wird, kann mit den Attack, Decay und Sustain Reglern für den Filter eingestellt werden. Beim Minimoog gibt es keinen Release Regler, da dieser mit dem Decay gleich ist. In dieser Sektion kann man ebenfalls die Hüllkurve (Attack, Decay, Sustain) für den VCA (Voltage Controlled Amplifier) einstellen. Letztlich kann man in der Output-Sektion die Lautstärke des Ausgangssignal regeln, sowie die Lautstärke des Kopfhörerausgangs.


Sound
Nun kommen wir zum Sound, der logischerweise der wichtigste Faktor bei Synthesizern ist. Oft kopiert aber nie erreicht ist der legendäre Sound, vor allem der Bass, den Moog-Synthesizer erzeugen. Weiters wird Moog auch gerne für Leadsounds verwendet und Effektsounds lassen sich auch erzeugen. Der Minimoog ist, wie auch anders zu erwarten, ein analoger Synthesizer. Ebenfalls ist der Minimoog monophon, das heißt, dass man nur eine Taste gleichzeitig spielen kann. Aber bei diesem Thema kann man schreiben was man will, da ist es besser ein paar Soundbeispiele zu zeigen. Für das Anhören sollte man gute Lautsprecher oder Kopfhörer verwenden. In den Links findet ihr Sounds des Minimoog, des Moog Modular und des aktuellen Subsequent 37.
Minimoog Model D
Moog Modular
Subsequent 37


Relaunch in 2016
In den Zeiten von digitalen und immer preiswerteren Synthesizern kann man sich kaum vorstellen, dass sich noch jemand einen Model D kaufen würde. Doch in den letzten Jahren kam der Trend nach analogen Vintage-Synthesizern auf. Mit diesem Trend veröffentlichte Moog den Model D neu. Dieses Modell ist aber keine, an die Zeit angepasste Version. Moog hat sogar Verbesserungen vorgenommen und der Sound ist genau wie beim alten Modell. Falls jemand 3.500€ übrig hat, kann man sich über beispielsweise Thomann ein neues Modell kaufen. Den Link findest du unten.



Links:
Thomann

Quellen:
Wikipedia
Testbericht amazona.de
Die Geschichte der elektronischen Musik #9