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12.06.2018 14:40 Alter: 183 days
Kategorie: SZ-Page, Musik
Von: Sebastian Sitzenkopf

Analog vs. Digital & Monophon vs. Polyphon - Synthesizer (2/3)


Im vorherigen Teil der Synthesizer-Serie habe ich mit Begriffen wie analog und polyphon herumgeworfen. In diesem Beitrag möchte ich diese erklären und einige Vor- und Nachteile nennen. Im Titelbild sieht man beispielsweise einen Korg Minilogue, welcher analog und polyphon ist. Doch Synthesizer können analog-monophon, analog-polyphon, digital-monophon oder digital-polyphon sein.


Analog vs. Digital: Erklärung
Der Unterschied zwischen analog und digital ist grob gesagt, dass etwas analoges unendlich genau ist und digitales beschränkt ist. Nehmen wir als Beispiel ein Klavier. Wenn man an einem echten Klavier spielt, gibt dieses nicht nur Frequenzen von 20Hz bis 20kHz wieder, sondern auch welche über 20kHz. Nun nimmt man das Klavier digital in einem mp3-Format auf. Die Datei wird nun auf die 20Hz bis 20kHz beschnitten und zusätzlich wird das Signal nur stufenweise aufgenommen. Wie sieht das nun bei Synthesizern aus?
Analoge Synthesizer sind eine große Schaltung. Es werden Transistoren und Widerstände verbaut, welche den Sound des Instruments verändern können. Digitale Synthesizer haben keine Schaltung verbaut, sondern der Sound wird mit DSP (digital signal processing) berechnet. Es gibt noch die Mischform der virtuell-analogen Synthesizer. Diese sind grundsätzlich digital und versuchen die Schaltung eines analogen Synthesizer zu simulieren.


Monophon vs. Polyphon: Erklärung
Der Unterschied zwischen monophon und polyphon ist leicht erklärt. Bei polyphonen Synthesizern kann man mehrere Noten gleichzeitig spielen und somit auch Akkorde spielen. Monophone Synthesizer können nur eine Note spielen, was aber nicht heißt das nur ein simpler Ton gespielt wird. Ob ein Synthesizer monophon oder polyphon ist, ist bei analogen baubedingt. Eine polyphone Schaltung ist schwerer umzusetzen und dadurch auch teurer. Bei digitalen ist das kein großes Problem. Die Vor- und Nachteile werden jedoch später geklärt.


Analog vs. Digital: Vorteile/Nachteile
Bei der Entscheidung ob man sich einen analogen oder digitalen Synthesizer kauft, sollte man auch die Vor- und Nachteile abwägen. Analoger Sound klingt grundsätzlich wärmer, was nicht immer der Fall ist, und klingt auch “fetter”, während digitale Synthesizer einen kühlen und sterilen Sound erzeugen. Der Sound ist heutzutage, wenn man kein Experte ist, kaum unterscheidbar. Im Handel gibt es zahlreiche VST-Plugins, die analoge Synthesizer emulieren, beispielsweise die Arturia V Collection, NIs Monark oder u-he Diva.
Der Sound von analogen Synthesizern hängt von den verbauten Teilen, wie Widerständen, ab. Billige Widerstände erzeugen auch einen schlechteren Sound. Bei analogen Synthesizern, wie dem Korg MS-20, kann es auch sein, dass zwei baugleiche Modelle unterschiedlich klingen, was man als Vor- oder Nachteil sehen kann. Manche analoge Synthesizer müssen nach dem Start auf ihre Betriebstemperatur kommen und klingen sonst ungestimmt. Schlussendlich hat beides seine Daseinsberechtigung.


Monophon vs. Polyphon: Vorteile/Nachteile
Wie erwähnt kann man mit monophonen Synthesizern nur eine Note gleichzeitig spielen, was nicht heißt, dass diese schlechter sind. Da man nur eine Stimme hat, konzentriert man sich mehr auf den Sound selbst, als dass man beispielsweise einen Akkord findet. Monophone Sounds klingen auch kräftiger und müssen mit einer anderen Arbeitsweise angegangen werden, als polyphone. Denn diese sollten dünner im Sound sein, wenn man mehrere Noten spielt um einen Akkord nicht zu überladen. Logischerweise werden polyphone Synthesizer verwendet um Pads oder Synthstrings zu spielen.



Quellen:
keyboards.de
Titelbild